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Öfter mal nach Sylt fahren...

Hallo zusammen!

Es scheint ja schon schöne Regelmäßigkeit zu verwenden, dass ich eine kleine Twitchstory zu erzählen habe. Heute ist es schon wieder so weit.

Freitag 3.3.06:

Es ist 14:30 und in Trier herrscht totales Schneechaos. Eigentlich hatte ich mir überlegt gegen Abend zur Trierer Stufstufe zu fahren, um mir die Schwarzkopfmöwe anzuschauen, die sich in der Region seit einiger Zeit aufhielt und dort wahrscheinlich schläft. Doch die Voraussetzungen waren nicht so gut, da durch den Schnee der komplette Personennahverkehr zum erliegen gekommen war. Deshalb überlegte ich mir spontan ich könnte doch eigentlich am Wochenende mal zur Brillenente nach Sylt fahren. Problem war „nur“, wie ich hinkomme. Also schrieb ich Holger L. schnell eine SMS und fragte, ob die Münsteraner fahren würden. Holger antwortete mir, dass es leider erstmal nix würde, aber sie langfristig das Wochenende 11./12.3. ins Auge gefasst hätten. Okay, kann man nichts machen. Mal die Bremer fragen, vielleicht fahren die ja auch. Also schrieb ich eine email an Andreas N., Ralf A. und Stefan P. und fragte mal da an. Und an Olli N. schickte ich eine SMS. Wenige Minuten später rief Olli an und sagte er würde sich mal an die Organisation begeben und sich dann melden. Ich sagte ich müsste bis 19:30 Bescheid wissen, um noch rechtzeitig mit dem Zug über Nacht von Trier nach Bremen zu kommen. In den nächsten Stunden passierte nicht so viel. Erst gegen 17:30 las ich eine email von Stefan P., der sagte er würde Sonntag fahren und ich solle mich melden. Ich dachte Sonntag wäre perfekt, da es die ganze Sache doch erheblich stressfreier würde, wenn ich mich erst Samstag auf den Weg gen Norden machen müsste. Ich rief sofort bei Stefan an und wir machten die Sache schon relativ sicher fest. Plan war nun, dass ich Samstag um 15:00 nach Bochum fahre und in der Nacht auf Sonntag mit dem Zug nach Bremen, so dass ich gegen 6:00 am Sonntagmorgen in Bremen gewesen wäre. Dies war nun der Stand der Dinge.


Samstag 4.3.06:

Um 12:30 klingelt mein Handy. Stefan war dran. Er sagt mir, dass der Start um 6:00 in Bremen doch etwas spät wäre, ich jedoch auch einfach schon am Abend zu ihm kommen und dann bei ihm pennen könnte. Ich sagte, dass ich im Internet mal schauen würde, wie die Verbindungen sind und mich dann wieder melde. Im Internet der Schock. In was für einem Entwicklungsland leben wir eigentlich dachte ich. Denn zwischen 19:00 und 22:00 gab es keine vernünftige Verbindung von Bochum nach Bremen. Und die Verbindung um 22:00 würde erst um 0:15 in Bremen sein, was ja doch vor allem für Stefan als Fahrer des nächsten Tages nicht sonderlich schön wäre. Es gab nur eine weitere abenteuerliche Möglichkeit, die um 23:30 in HB gewesen wäre. Ich entschied mich dies zu versuchen. Ich rief Stefan also an und schilderte ihm die Situation und wir machen es so aus.
Um 15:00 fuhr ich also in Trier los und wurde um 18:45 von meine Vater in Gelsenkirchen abgeholt. Um 19:36 ging dann schon wieder mein Zug von Wattenscheid. Ich stellte also zu Hause mein Gepäck ab und packte den Rucksack für den nächsten Tag und startete quasi direkt durch zum Wattenscheider Bahnhof. Bei optimaler Fahrplanung und ohne Verspätung hätte ich also um 21:30 Minden erreichen sollen, wo ich um 21:35 eine S- Bahn nach Wunstorf hätte kriegen müssen. Das klappte natürlich nicht. Die Deutsche Bahn halt. Also musste ich von Minden einen Zug nach Osnabrück nehmen und dort in den Intercity, der um 0:15 in Bremen war. Ich informierte Stefan über diese Planänderung, der verständlicherweise wenig Begeisterung äußerte. Ich erreichte dann also um ca. 0:25 mit 10minütiger Verspätung Bremen, wo Stefan mich abholte und mich sogleich fragte, ob ich dieses Jahr an dem Ruf „Härtester Twitcher Deutschlands“ arbeiten würde. Wir fuhren zu ihm und er verabschiedete ich schnell Richtung Bett. Ich las noch bis 2:00 etwas.

Sonntag 5.3.06:

Um 4:20 klingelte der Wecker und um 4:45 wurden Stefan und ich von Günther E. abgeholt. Wir fuhren zu Lutz R. und wechselten dort den Wagen. Da jedoch Lutz selbst keinen Führerschein hat, fuhr von dort an Stefan das Auto. Um kurz nach 5 ging es also los. Ziel war der Zug um 8:30 von Niebüll nach Westerland. Ungefähr zeitgleich machen sich in Hannover Günthers Bruder Klaus zusammen mit Kristian F., Gerd R. und Frank B. auf den gleichen Weg. Zwischen Bremen und Hamburg sah es dann zeitweise gar nicht so gut aus. Heftiger Schneefall und glatte Straßen. Bei Hamburg wurde es dann zum Glück besser und wir erreichten um 8:10 Niebüll. Dort warteten wir noch auf Ralf A., der sich uns anschließen wollte. Er hatte die Nacht bei -10 Grad im Auto bei Westerhever verbracht. „Bibber, bibber“ Die Hannoveraner Truppe war etwas vor uns angekommen und konnte somit den Zug um 8:00 nehmen. Da dieser jedoch gut 20 Minuten Verspätung hatte fuhren die erst um 8:20 los und wir nur 10 Minuten später um 8:30. Auf Sylt erlebten wir dann mal wieder ein glanzvolles Beispiel für fehlende Kommunikation im öffentlichen Personennahverkehr. Der Bus nach Hörnum fuhr um 9:10 und unser Zug sollte um 9:05 in Westerland ankommen, kam jedoch um 9:09 an. Die Folge: Der Bus fuhr in dem Moment los, als wir vielleicht noch 100 Meter vom Busbahnhof entfernt waren. Ganz, ganz toll!!! Vor allem, da der nächste erst um 10:10 fuhr. Wir nahmen also zu fünft ein Großraumtaxi. Kostet dann jeden bis Hörnum auch nur 4 Euro. Also noch verschmerzbar. Das lustige an der Sache war dann eigentlich, dass wir den Bus von 9:10, den die Hannoveraner noch gekriegt hatten, auf dem Weg nach Hörnum überholten und somit gut 15 Minuten vor denen am Strand waren. Die gucken natürlich auch erstmal dumm aus der Wäsche und wunderten sich, wie wir das den geschafft hätten.
In Hörnum angekommen standen dort bereits Olli N. und Jörn W., die allerdings noch nichts entdeckt hatten. Wir gesellten uns also dazu, so dass nun 11 Birder auf die Nordsee starrten und die Trauerenten durchmusterten. Objektiv betrachtet mussten die Chancen also relativ gut stehen die Brillenente zu finden. Es fiel jedoch auf, dass vor uns niemals die angekündigten 20000 Trauerente zu sehen war, sondern deutlich weniger. Und auch die 1 – 1,5km Entfernung traf nur auf die vordersten Gruppen zu. Erhebliche Anteile der Enten befanden sich deutlich weiter draußen und waren nur schwer bis gar nicht zu erkennen. Also doch nicht so gute Voraussetzungen. Wir suchten also alle sehr intensiv immer wieder alle Enten ab, was jedoch bis ca. 10:50 erfolglos blieb. Inzwischen hatte sich der Kreis der Beobachter um einige mir unbekannte Leute auf gut 15 Personen erweitert.
Um ca. 10:50 schrie dann plötzlich Ralf A. ich hab sie, sie kommt von hinten angeflogen, jetzt landet sie. Doch keine außer Stefan hatten den Vogel im Flug in sein Spektiv gekriegt. Also anstehen an Ralfs und Stefans Spektiven. Als erste guckte Olli und Jörn durch, doch beide sagten sie können die Ente nirgendwo sehen. Und als dann jeweils Ralf und Stefan nochmals durchschauten, konnten auch sie den Vogel nicht wieder finden, obwohl er eigentlich nicht weit sein konnte. Wie die Stimmung in der folgenden Zeit war, muss ich wohl keinem erklären. Es tat sich dann erstmal wieder eine gute halbe Stunde nichts. Und alle suchten verzweifelt die Ente. Erst um kurz nach 11:30 war es wiederum Stefan, da sagte er habe sie. Erst schauten Olli, dann Jörn und Lutz durch und dann auch ich. Doch keiner von uns konnte etwas Eindeutiges erkennen, obwohl Olli und ich einmal kurz eine Ente sehen konnten, die jedoch noch im selben Moment abtauchte, bei der wir beide den Verdacht hatten, dass sie es war. Aber um da was sicherer zu sagen, war es definitiv keine ausreichende Beobachtung. Es blieb also nur die Alternative weiter zu suchen und zu hoffen. Die Stimmung sank zunehmend. Wenigstens kam jetzt die Sonne raus und die Sicht wurde wesentlich besser. Um 12:00 dann der erneute Aufschrei von Ralf. „Da fliegt sie. Von links nach rechts. Etwas unter Horizont. Jetzt auf Höhe es Tankers am Horizont.“ (ein Glück, dass der da war!!!). Jetzt hatten ich und wohl auch alle anderen den Vogel im Spektiv. Klasse!!! Endlich!!! Ich war überrascht wie sehr der Vogel im Flug auffiel und jetzt konnte ich auch nachvollziehen, dass Ingo Weiss auf Sylt auch durchziehende männliche Individuen sicher ansprechen kann. Ich sah den Vogel im Flug auf ca. 2 km Entfernung und er war sehr gut zu erkennen. Ich denke bis 3km kann man männliche Brillenenten in ziehenden Trauerententrupps relativ gut erkennen. Man konnte bereits im Flug den weißen Nacken und das Weiß an der Stirn toll erkennen und auch der bunte Schnabel war zu sehen. Dann wasserte der Vogel in einer Entfernung von ca. 1,5 bis 2 km. Und jetzt konnte man auch in der strahlenden Sonne beim Schwimmenden Vogel alle Merkmale gut erkennen. Das Weiß an Kopf und Nacken und der Schnabel strahlen einem entgegen. Tolle Sache. Wir beobachten den Vogel dann ca. 30 Minuten. Und alle waren mit dem versöhnlichen Abschluss der Sache sehr glücklich. Gegen 12:45 löste sich die ganze Twitchergemeinde so langsam auf. Stefan, Günther, Lutz und ich blieben aber noch ein bisschen. Um 13:00 kam dann noch David S. und etwas später auch Ken Wilson mit Anhang. Bis wir dann um 13:20 aufbrachen, hatten die jedoch kein Gluck mehr. Wir fuhren dann also mit Bus und Bahn zurück nach Niebüll, wo wir um ca. 15:00 ankamen. Da der Tag noch „jung“ war und das Wetter traumhaft sonnig wollten wir noch nach Eiderstedt wegen der sich dort aufhaltenden Zwergschneegans. Diese fanden wir jedoch nicht mehr. Und guckten uns stattdessen die Seeadler beim Katinger Watt an, die sich dort an ihrem Horst toll beobachten ließen. Dann flog auch noch ein Rauhfussbussard vorbei und setzte sich schön auf einen nicht weit entfernten Baum. Noch ein kurzer Abstecher zum Eidersperrwerk und um 17:45 machten wir uns dann endgültig auf den Weg gen Bremen. Fernziel war es, dass ich den Zug um 20:44 erwische. Eigentlich kein Thema, da die Strecke bis Bremen nur noch knapp 230 km waren. Es kam jedoch mal wieder anders als man denkt. Denn irgendjemand im Straßenverkehrsamt hatte die lustige Idee einen Schwertransport für Sonntagabend auf der A23 Richtung Hamburg zu genehmigen. Und das bei ohnehin schwierigen Straßenverhältnissen. In der Folge tuckerten wir ewig mit 50km/h auf der Autobahn Richtung Hamburg und kamen letztendlich gegen 21:00 in Bremen. Am Bahnhof zeigte sich dann, dass es gar nicht tragisch war, da der Zug von 20:44 mit einer 2stündigen Verspätung für ca. 23:00 angekündigt war. Zum Glück fuhr um 21:44 auch ein IC, der auch relativ pünktlich war. Somit kam ich dann um 0:30 erschöpft aber glücklich wieder in Wattenscheid an.

Also merke: Warum nicht öfter mal nach Sylt fahren!

Viele Grüße.

Tobias
27.3.06 18:11


Öfter mal nach Dubrau fahren....

Hallo zusammen!

Mal wieder Zeit für eine „kleine“ Twitchstory.

Sonntag: 19.2.06

Es ist Sonntagabend so gegen 19:00 Uhr. Ich komme nichts ahnend von einem „langen“ Ornitag an der frischen und kalten Luft zurück, den ich zusammen mit Karl-Heinz H. verbracht habe, unter anderem mit der winzigen Hoffnung ein Haselhuhn zu finden. Doch unsere Mühen wurden nicht belohnt. Dafür gab´s Saat- und Bläßgans, Kornweihe, Waldwasserläufer und Raubwürger...., was zwar nix so tolles ist, aber für die Trierer Umgebung schon ganz gut. Um kurz nach 19:00 schmeiß ich also den Rechner an, um zu gucken was sonst so in Deutschland abgeht. Da die Zeit nach dem Blauschwanz doch recht ruhig war, rechne ich nicht mit viel. 5 neue Mails. Okay. Durchschnitt. Doch dann sehe ich es schon in der Betreffzeile der e-mail und es trifft mich wie ein Schlag. Denn ganzen Winter hatte ich nach den guten Zahlen aus Südskandinavien, mehreren Vögeln in Dänemark und dem frühen Vogel im Oktober in Holland damit gerechnet. Vor allem als es in Ost- und Nordosteuropa so saumäßigkalt war. Doch nix war passiert, bis zu diesem Tag, als ich es eigentlich für diesen Winter schon abgeschrieben hatte. Eine SPERBEREULE in DEUTSCHLAND. Mir lief es eiskalt den Rücken runter. Die letzte für Deutschland, die mir spontan einfiel war die 1983 bei Greven und im selben Jahr eine bei Bremen. Sollte es wirklich sein, dass ich nach dem Blauschwanz im Januar nun die Chance kriegen sollte einen weiteren meiner absoluten Dreambirds für Deutschland zu kriegen. Wo zum Teufel liegt Vetschau dachte ich sofort. BB, oh scheiße Brandenburg, hört sich verdammt weit an. Sofort schaute ich im Routenplaner nach. Von Trier rund 750 km. Okay, dass ist verdammt weit, vor allem wenn man kein Auto hat. Mein zweiter Gedanke war. Mist, ich schreibe diese Woche eigentlich noch 4 Klausuren (2x Di., 1x Mi., 1x Do.). Und am kommenden Wochenende habe ich auch keine Zeit. Bliebe also nur der Freitag und irgendwie hinkommen muss ich dann auch noch. SCHEIßE!!! Mal in Bochum anrufen. Vielleicht fahren die ja, obwohl ich es eigentlich nicht glaubte. Also rief ich bei Claus S. an. Der war gerade eben erst von einem Spiel des VFL (1. Liga wir kommen!!!!) zurück und wusste noch von nix. Ich ließ in raten, was für ein MEGA das sein könnte. Er kam im ersten Versuch auf Sperbereule. Es sagte aber, dass er wegen der Distanz wohl nicht fahren werde, zumindest nicht vorm Wochenende und dann wohl mit Übernachtung vor Ort. Okay, dass hatte ich mir ja schon beinahe so gedacht. Schade, aber leider wohl nicht zu ändern. Ich schrieb noch Benni S. eine SMS, weil ich wissen wollte, ob er und Martin G. fahren und er sagt bei update wohl schon. Vor dem schlafen schaltete ich mein Handy dann noch für „Ost“ frei, da ich am nächsten Tag in der Uni sehen wollte, ob ein Update kommt oder ich beruhigt sein kann, da sie sowieso nicht twitchbar gewesen wäre. In der folgenden Nacht schlief ich ausgesprochen schlecht, aufgewühlt von wilden Träumen über verpasste Sperbereulen ;-)

Montag: 20.2.06

Am nächsten Tag in der Uni war ich nicht wirklich konzentriert. Dauernd schaute ich auf mein Handy und als um 8:30 das erste Update kam, machte das meine ohnehin schlechte Laune nicht wirklich besser. Arne T. und Colin P. - wer auch sonst dachte ich, als ich die SMS las.
Es folgten noch weitere Updates von Christoph B. und Bernhard D. doch gegen Mittag begann ich langsam damit mit dem Thema abzuschleißen und wollte mich dann doch mal etwas auf die kommenden Klausuren konzentrieren für die ich zugegebenermaßen noch nicht viel getan hatte. Ich war allerdings nicht sonderlich motiviert und auch nicht wirklich effektiv, denn bis zum späten Nachmittag hatte ich nicht wirklich viel geschafft. Ich machte dann noch mal den Rechner an und stieß dort auf die Mail von Markus D., der sagte er würde von Köln am Mi. oder Do. fahren wollen. Ich schrieb ihm eine Mail, dass ich, wenn er Do. fährt wohl sehr großes Interesse hätte. Da würde ich zwar eigentlich auch eine Klausur schreiben, aber die wäre nicht so wichtig, wie die am Mi., so dass ich sie notfalls sausen lassen könnte. Ich machte mich dann wieder ans Lernen, da ich ja am kommenden Tag zwei Klausuren zu schreiben hatte. Ich lerne also bis 19:20 so ein wenig vor mich hin merkte zumindest bei Rückstandsanalytik, dass ich das wohl kaum ohne Nachtschicht noch schaffen würde. Um 19:24 erübrigte sich dann diese Überlegung, da ich eine SMS von Holger L. bekam, der fragte, ob ich heiß auf die Eule bin und am folgenden Tag mitkommen würde. Heiß war gar kein Ausdruck - ich kochte quasi ;-) Ich dachte „scheiß was auf die Klausuren“. In der einen reicht auch ein Sitzschein und die andere wäre sowieso schon ein Hauptstudiumsschein gewesen. Den kann ich dann auch in einem Jahr machen. Auf jeden Fall eher als die nächste Sperbereule kommt. Sofort rief ich Holger zurück und versuchte gleichzeitig im Internet herauszubekommen, ob ich noch einen Zug kriegen würde, der mich rechtzeitig nach Münster bringen würde. Als ich in anrief und er sagte, dass sie erst so zwischen 7:00 und 7:30 in Münster losfahren wollten, sah die Sache dann schon ganz gut aus. Denn um 20:10 fuhr von Trier der letztmögliche Zug nach Bochum, wo ich ja dann bei Eltern Zwischenstation machen könnte. Und um 6:24 fuhr ein Zug von Gelsenkirchen nach Münster, der um 7:21 dort gewesen wäre. Holger sagte die Zeit sei okay und wir machten das für den folgenden Tag klar. Mittlerweile war es 19:40 und ich musste noch packen und meine Eltern informieren, dass sie nicht einen Herzinfarkt kriegen sollten, wenn ich nachts um 1:30 in die Wohnung poltern würde, da ich mich in 20 Minuten in Trier in den Zug setzen würde, um Dienstag dann zur Sperbereule zu fahren. Aus dem Hintergrund konnte ich meinen Vater schon rufen hören: „Hab doch gewusst, dass er bestimmt noch kommt und zur Sperbereule fährt.“ Denn ich hatte ihm Sonntagabend am Telefon schon mehr oder weniger missmutig von der Eule erzählt. Ich hatte jetzt noch ca. 15 Minuten Zeit mein Zeug zusammen zu suchen und mich zum Bahnhof zu begeben. Hastig raffte ich alles zusammen und macht mich auf den Weg. Als ich um 22:30 ungefähr in Köln war, klingelt mein Handy und mein Vater fragte, wann ich denn in Wattenscheid sei. Ich sagte um kurz nach 1:00 und er sagte er würde mich dann abholen kommen. Sollte dann nur vorher anrufen, da er jetzt schlafen gehe. Ich war sehr überrascht über dieses Angebot und nahm es dankbar in Anspruch. Um 1:00 holte er mich dann vom Bahnhof ab und um 1:30 war ich dann zu Hause, legte alles für den nächsten Tag zurecht und schaute noch bis 3:30 die Olympiazusammenfassung, da ich einfach nicht pennen konnte.

Dienstag: 21.2.06

Um 5:30 klingelte dann der Wecker. Ich machte mich fertig und mein Vater fuhr mich um 6:00 nach Gelsenkirchen zum Bahnhof, wo um 6:24 der Zug nach Münster gehen sollte. Das tat er auch, allerdings nur eine Station weit, nämlich bis Wanne- Eickel. Dann hieß es Endstation wegen Zugstörung. Ich dachte, na super die Deutsche Bahn. Auf die ist Verlass. Musste dann bis 7:01 in Wanne warten und dann mit eine Regionalbahn bis Münster tuckern, wo ich dann mit 30 Minuten Verspätung um 7:45 ankam. Dort erwarteten mich Holger L., Jörg S. und Hans-Jürgen G.. Jetzt ging ja eigentlich erst der wichtige Teil der Reise los. Abfahrt gen Osten mit der Ungewissheit, ob die Eule nach dort ist und mit der Hoffnung eines frühen Updates für ein entspannteres Fahren. Doch es kam lange nix. Bis 12:30 guckte ich wahrscheinlich 100mal aufs Handy, ob was gekommen ist. Wir dachten positiv und meinten keine Nachricht ist zumindest besser als eine Coldline. Um 12:34 kam dann die ersehnte SMS und die Laune verbesserte sich rapide. Mit mehr oder weniger großen Schwierigkeiten erreichten wir dann um 14:45 den Ort des Geschehens. Je näher man dem Ziel kam, desto mehr wünschte man sich, dass einem das Auto nicht verreckt und einen hier auch schnell wieder wegbringt. Hätte ich es nicht gewusst, dass wir hier noch in Deutschland sind, hätte ich es selbst nicht geglaubt. War irgendwie so eine Mischung aus Skandinavischen Landschaftselementen und Eindrücken wie in der tiefsten osteuropäischen Provinz. Viel war nicht los. 3 Autos standen da und uns kam schon einer entgegen, der uns beruhigte, dass die Eule nach dort sei. Wir packten unsere Ausrüstung und los ging´s. In dem kleinen Wald konnte man etwas entfernt vom Weg ein paar Leute stehen sehen, die nach oben schauten. Wir gingen in deren Richtung und dann sah ich sie zum ersten Mal. Nicht weit weg und nicht hoch, saß sie auf einem Ast. Absolut geil!!!! Wie Dieter Bohlen sagen würde: „Hammermäßig!“ Die Anspannung aller wandelte sich schlagartig in Freude und Erleichterung, dass das Ding nicht voll in die Hose gegangen war. Wir beobachteten sie dann fast drei Stunden ausgiebig zusammen mit drei sehr netten ostdeutschen Ornis. Und als es dann schon leicht dämmerig war, tat sie uns den Gefallen und flog noch ein paar Runden. Zuvor würgte sie noch ein Gewölle aus, dass ich dann auch mitnahm. Dabei fanden wir knapp unterhalb ihrer Sitzwarte auch noch einen angekröpften Seidenschwanz - den kannte sie wohl schon aus ihrer Heimat ;-).
Wir konnten sie dann noch ein paar Mal toll fliegend und weniger als 5 Meter von uns entfernt sitzend beobachten. Ein grandioser Tagesabschluss.
Um 18:00 machten wir uns dann gutgelaunt auf den Heimweg und erreichten dann um 0:15 Münster. Dort musste ich dann zwar bis 1:20 auf einen Zug warten, aber das war wir dann auch relativ egal. Um 2:30 war ich dann in Bochum, wo mich mein Vater netterweise erneut vom Bahnhof abholte, so dass ich dann um 2:45 in Wattenscheid war. Ich packte dann noch das Zeug für den folgenden Tag zusammen und schaute bis 4:30 die Zusammenfassung des verpassten Olympiatages.

Mittwoch: 22.2.06

Aufstehen um 9:00. Zug von Wattenscheid um 10:00 und dann um 14:00 wieder in Trier. Sich ein wenig von den Strapazen erholen und um 15:30 zur Uni, wo ja um 16:00 die wichtigste Klausur des Semesters stattfindet. Um 19:00 dann wieder nach unten in die Stadt und jetzt sitze ich hier. Nach 2 verpassten Klausuren, rund 2200 Kilometern Zug und Auto (nur zum Vergleich: Einfache Strecke Trier nach Sankt Petersburg sind 2220 KM oder von Trier nach Istanbul mit 2400 KM kaum mehr), 70 Euro ärmer, aber um eine grandiose Sperbereulenbeobachtung in Deutschland reicher ;-)

In diesem Sinn.

Tobias
27.3.06 18:04


Öfter mal nach Lehrte fahren....

Tach auch!

Jetzt erzähl ich mal von dem geilen Twitch zum Blauschwanz.

Sa. 28.1.06: Ich komm um 18:30 zurück nach Trier. Voll im Arsch, weil ich von 11:00 – 17:00 bei Koblenz eine Eismöwe gesucht hab und die erst nach fünfeinhalb Stunden gefunden hab. Dafür aber geil gesehen. War ja auch höchste Zeit. War voll meine Hassart. Hatte ich nämlich vorher schon 6mal gedippt (4x in MS, 1x in BO und 1x in Haltern). Naja, auch egal. Jetzt hab ich das Vieh ja. Um 19:15 schmeiß ich dann den Rechner an. Denk mir schreib ich mal ein update und guck wat sonst noch so los is. Ich guck in mein Postfach und denk: Oh, viele Mails. Mal sehen, ob was Gutes dabei ist. Ich les die in umgekehrter Reihenfolge, also die aktuellsten zuerst. Dann kommt die von Luca: Betreff: NDS Blauschwanz. Ich denk: „ Ach du scheiß, BLAUSCHWANZ. Wer, was, wie, wann und vor allem WO! Da muss ich hin! Und zwar SCHNELL....“ Wo ist das Telefon? Ich ruf Claus S. an. Der hat den zwar schon 1992 auf Helgoland, aber vielleicht fährt er trotzdem. Fällt mir ein. Scheiß, der feiert heute Geburtstag, das heißt er fährt Sonntag auf keinen Fall. Egal, trotzdem mal anrufen. Okay, er fährt nicht, hab ich mir gedacht. Dann ruft Hendrik W. an. Der sagt er fährt Dienstag, weil er da keine Uni. Ich denk mir: Scheiß was auf Uni, wenn der Sonntag upgedated wird, muss man Montag fahren. Aber okay, dann halt Dienstag. Ich richte mich auf Dienstag ein.

So. 29.1.06: Gegen späten Vormittag schmeiß ich den Rechner an und hoffe auf ein update. Postfach auf. Oh, einige mails. Update dabei? JA!!! Geil, der Blauschwanz ist noch da. Am Nachmittag bring ich meiner Freundin schonend bei, dass ich von Montagnachmittag bis Mittwochmittag nicht zur Verfügung stehe, weil ich mal eben nach Hannover und Salzgitter müsste wegen nem Blauschwanz und einer Ringschnabelmöwe. Sie sagt kein Problem und denkt sich wahrscheinlich ihren Teil => „Ich hab einen Freak als Freund“ Am Nachmittag schreib ich Hendrik eine SMS und frag ihn wann ich denn Montagabend in Münster sein soll und wann wir Dienstagmorgen los wollen. Er antwortet und sagt er würde abends mal anrufen. 22:30 Uhr: Hendrik ruft an und sagt er könne nicht wegen irgendso einer scheiß Uni-AG. Ich denk nur ist der bescheuert? Ich würd für den Vogel sogar ne Klausur sausen lassen, dafür gibt es ja schließlich Nachschreibetermine und der macht sich ins Hemd wegen einer AG. Ich bin ziemlich angepisst, was glaube ich auch meiner Freundin nicht entgeht.

Mo. 30.1.06: Ich muss um 10:00 auf die Uni und schmeiß den Rechner noch mal schnell an. Schon wieder ein Update und schon wieder vor 9 Uhr. Ich denk mir. Hendrik hat doch gesagt, die AG wäre erst mittags. Das müssten wir ja eigentlich schaffen, dann wieder in MS zu sein. Dann zwar ohne Möwe, aber auch egal, ich will den Blauschwanz. Ich schreib ihm eine SMS und warte auf Antwort. Es tut sich nicht viel. Um 14:00 oder so kommt dann die Antwort. Nee, er könnte nicht. Ihm wär das zu stressig und er würde ja so viel Zeit zum Lernen verlieren. Ich denke nur „Hallo, geht´s noch! Zu stressig. Ich würde extra von Trier 4 Stunden mit dem Zug nach Münster kommen und schwänze volle 2 Tage Uni. Und ihm ist es zu viel mal eben von Münster für einen halben Tag zu twitchen“ Ich hab voll den Hals und denk mir. Wie komm ist da jetzt hin. Mal Mails checken. Oh, eine von Michael O.. Der will morgen fahren und hat noch Platz. Ich geh auf bahn.de um zu gucken wie ich nach Frankfurt komme und sehe vor 7:00 Uhr morgen kann ich nicht da sein. Scheiße, der will sicher schon vorher los. Okay, mal fragen, ob ich schon abends kommen kann und dann bei ihm pennen. Um 16:00 kommt ne Antwort. Geht leider nicht wegen seiner Frau und dem Baby, aber Ralf B. würde auch fahren. Ich schreib sofort Ralf eine Mail und versuch ihn auf Handy zu erreichen, doch die Nummer im Mitgliederverzeichnis ist nicht mehr aktuell. Scheiße und jetzt? Schon 16:30. Dann fahr ich halt alleine mit dem Zug. Ich check die Verbindung und sehe mit Übernachtung in Bochum eigentlich kein Problem. 16:50 ich ruf bei meinen Eltern an und frag, ob mich um 21:00 einer aus Gelsenkirchen abholen kann. Kein Problem! Dann aber los, denn um 17:09 geht der Zug von Trier. Ich raffe meine Sachen zusammen und sage meinen Mitbewohnerinnen das ich in 10 Minuten weg bin, um mal eben nach Hannover zu fahren und erst Mittwoch wiederkäme. Die gucken blöd und weg bin ich. Um 21:15 bin ich dann in Wattenscheid und bereite schon mal alles vor für die Weiterfahrt um 5:15 von Wattenscheid nach Lehrte. Um 0:30 geh ich ins Bett und kann nicht pennen. Guck dann noch bis ca. 2:00 Fernsehen und penn dabei irgendwann ein.

Di. 31.1.06: Ich wach um 4:59 auf. Was!!! 4:59!!! Ach, du SCHEIßE. Ich hab verpennt. Innerhalb von 2 Minuten mach ich mich fertig und verlasse um 5:02 das Haus. Hetze zum Bahnhof und komm um 5:13 dort an. Zieh am Automaten in Rekordzeit eine Fahrtkarte, die grade gedruckt wird, während der Zug schon einfährt. Geschafft. Das war knapp. In Bochum muss ich umsteigen. ICE bis Hannover. Nicht billig, aber wenigstens schnell. In H umsteigen in RB bis Lehrte. Um 7:53 bin ich Lehrte. So, jetzt geht´s zu Fuss weiter. Auf der Karte sah das ja nicht so ewig weit aus. Ca. 4 km. Ich laufe sehr zügig und bin um 8:30 am Flakenbruch. Da kommen grade Jan H. und Ralf B. angefahren. Und noch so diverse Braunschweiger und Hannoveraner die ich nicht kannte. 5 Minuten später kommen Michael O. und Volker E.. Okay, jetzt sind wir schon mal zu neunt. Wir teilen uns auf und suchen den Waldrand ab. Über eine Stunde tut sich gar nix. Der Wald ist wie ausgestorben. Ich sehe in 60 Minuten sage und schreibe ganze 2 Vögel. Nämlich Amseln, wobei ich nicht mal sicher bin, dass es nicht die Selbe war. Wo sind bloß die Vögel? 9:30: Ein weiteres Auto trifft ein. Kennzeichen MS. Oh, wer kommt wohl jetzt? Dreimal dürft ihr raten. Natürlich! Holger L. und Konsorten (Jörg, Hans-Jürgen ...). Wir begrüßen uns und plötzlich wird es spannenden. Am Ende des Weges in ca. 400m Entfernung wird eifrig gewunken. „ Gott sei Dank “ denke ich. Die ganze Tour war wenigstens nicht umsonst. Wir laufen zügig zu den anderen. Als wir ankommen, ist erstmal nix mehr zu sehen. Wir werden ungeduldig während die 5 Entdecker sich schon mal freuen und alle grinsen wie Breitmaulfrösche. Nach etwa 5 Minuten ruft einer da ist er. Ich sehe den Vogel auf einem kleinen Ast in Augenhöhe ca. 15 Meter entfernt. GEILLLLL! Wir beobachten ihn etwa 20 Minuten, danach macht er sich ins Unterholz. So, geschafft. Ich denke wie geht´s weiter? Frage Ralf und Jan, ob die zur Ringschnabelmöwe nach Salzgitter fahren. Die sagen erst Trappe, dann Möwe. Auch okay. Dann kommt Dieter.. Er beschreibt uns den Weg zur Trappe. Ich fahre bei Jan und Ralf mit und die Münstertruppe hinterher. Wir fahren bis Dolgen. Und fahren dort in zwei Teams die Feldwege ab. Über eineinhalb Stunde ist nichts zu finden. Nur Rehe. Viele Rehe. Wollen grade aufgeben und nach Salzgitter abzischen, als ich weit weg im Fernglas einen kleinen Punkt im Raps stehen sehe, der nicht unbedingt wie ein Reh aussieht. Spektiv raus. Japp, die Trappe. Wir rufen die Münsteraner an und die kommen auch. Nach einer halben Stunde Trappengucken geht es nach Salzgitter. Um 13:15 kommen wir am Salzgittersee an. Kaum Möwen da. Auch keine RSM. Fahren zur Deponie. Da sind viele Möwen. Aber man sieht sie nur schlecht, weil sie auf dem Deponiegelände sind. Wir fragen, ob wir drauf dürfen und das geht klar. Doch weder hier noch auf den Feldern um die Deponie ist was zu finden. Also zurück zum Salzgittersee. Vielleicht kommt sie ja zum Schlafplatz. Um 16:00 sind wir wieder am See. David T. ist auch da. Er erzählt uns er habe die Möwen noch am Vortag gesehen. Allerdings sei sie erst um 17:00 eingeflogen. Okay, also haben wir noch eine Chance. Um 16:30 müssen Jan und Ralf los, denn Jan muss am nächsten Tag sehr früh raus. Ich bleibe noch mit den Münsteraner und David T.. Doch bis 17:10 tut sich nicht viel. Uns ist dann auch echt so sau kalt, dass wir uns geschlagen geben. Und fahre mit den Münsteraner zurück und wir sind um 20:00 in MS. Auf dem Rückweg sitze ich neben Holger und der erzählt mir viel von seinen Touren quer durch die Weltgeschichte. Meine Fresse ist der schon gut rumgekommen. D-Liste 361, WP 595, Welt über 2200. Um 20:10 erwisch ich einen Zug nach Gelsenkirchen und bin um 21:00 dort, wo mich mein Vater abholt. Um 21:15 bin ich dann wieder in Wattenscheid und geh direkt mit meinem Vater erstmal in die Kneipe - Rolf weiß in welche ;-) – ein paar Bier bzw. ein paar zuviel auf den Blauschwanz kippen. Um 24:00 bin ich dann endgültig wieder da, wo der Tag 19 Stunden zuvor begonnen hat. Nämlich in meinem Bett. Ziemlich platt, aber um eine Blauschwanzbeobachtung reicher


Und was habt ihr so gemacht am Dienstag?


Viele Grüße ihr Ornis

Tobias
27.3.06 17:47





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