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Öfter mal nach Dubrau fahren....

Hallo zusammen!

Mal wieder Zeit für eine „kleine“ Twitchstory.

Sonntag: 19.2.06

Es ist Sonntagabend so gegen 19:00 Uhr. Ich komme nichts ahnend von einem „langen“ Ornitag an der frischen und kalten Luft zurück, den ich zusammen mit Karl-Heinz H. verbracht habe, unter anderem mit der winzigen Hoffnung ein Haselhuhn zu finden. Doch unsere Mühen wurden nicht belohnt. Dafür gab´s Saat- und Bläßgans, Kornweihe, Waldwasserläufer und Raubwürger...., was zwar nix so tolles ist, aber für die Trierer Umgebung schon ganz gut. Um kurz nach 19:00 schmeiß ich also den Rechner an, um zu gucken was sonst so in Deutschland abgeht. Da die Zeit nach dem Blauschwanz doch recht ruhig war, rechne ich nicht mit viel. 5 neue Mails. Okay. Durchschnitt. Doch dann sehe ich es schon in der Betreffzeile der e-mail und es trifft mich wie ein Schlag. Denn ganzen Winter hatte ich nach den guten Zahlen aus Südskandinavien, mehreren Vögeln in Dänemark und dem frühen Vogel im Oktober in Holland damit gerechnet. Vor allem als es in Ost- und Nordosteuropa so saumäßigkalt war. Doch nix war passiert, bis zu diesem Tag, als ich es eigentlich für diesen Winter schon abgeschrieben hatte. Eine SPERBEREULE in DEUTSCHLAND. Mir lief es eiskalt den Rücken runter. Die letzte für Deutschland, die mir spontan einfiel war die 1983 bei Greven und im selben Jahr eine bei Bremen. Sollte es wirklich sein, dass ich nach dem Blauschwanz im Januar nun die Chance kriegen sollte einen weiteren meiner absoluten Dreambirds für Deutschland zu kriegen. Wo zum Teufel liegt Vetschau dachte ich sofort. BB, oh scheiße Brandenburg, hört sich verdammt weit an. Sofort schaute ich im Routenplaner nach. Von Trier rund 750 km. Okay, dass ist verdammt weit, vor allem wenn man kein Auto hat. Mein zweiter Gedanke war. Mist, ich schreibe diese Woche eigentlich noch 4 Klausuren (2x Di., 1x Mi., 1x Do.). Und am kommenden Wochenende habe ich auch keine Zeit. Bliebe also nur der Freitag und irgendwie hinkommen muss ich dann auch noch. SCHEIßE!!! Mal in Bochum anrufen. Vielleicht fahren die ja, obwohl ich es eigentlich nicht glaubte. Also rief ich bei Claus S. an. Der war gerade eben erst von einem Spiel des VFL (1. Liga wir kommen!!!!) zurück und wusste noch von nix. Ich ließ in raten, was für ein MEGA das sein könnte. Er kam im ersten Versuch auf Sperbereule. Es sagte aber, dass er wegen der Distanz wohl nicht fahren werde, zumindest nicht vorm Wochenende und dann wohl mit Übernachtung vor Ort. Okay, dass hatte ich mir ja schon beinahe so gedacht. Schade, aber leider wohl nicht zu ändern. Ich schrieb noch Benni S. eine SMS, weil ich wissen wollte, ob er und Martin G. fahren und er sagt bei update wohl schon. Vor dem schlafen schaltete ich mein Handy dann noch für „Ost“ frei, da ich am nächsten Tag in der Uni sehen wollte, ob ein Update kommt oder ich beruhigt sein kann, da sie sowieso nicht twitchbar gewesen wäre. In der folgenden Nacht schlief ich ausgesprochen schlecht, aufgewühlt von wilden Träumen über verpasste Sperbereulen ;-)

Montag: 20.2.06

Am nächsten Tag in der Uni war ich nicht wirklich konzentriert. Dauernd schaute ich auf mein Handy und als um 8:30 das erste Update kam, machte das meine ohnehin schlechte Laune nicht wirklich besser. Arne T. und Colin P. - wer auch sonst dachte ich, als ich die SMS las.
Es folgten noch weitere Updates von Christoph B. und Bernhard D. doch gegen Mittag begann ich langsam damit mit dem Thema abzuschleißen und wollte mich dann doch mal etwas auf die kommenden Klausuren konzentrieren für die ich zugegebenermaßen noch nicht viel getan hatte. Ich war allerdings nicht sonderlich motiviert und auch nicht wirklich effektiv, denn bis zum späten Nachmittag hatte ich nicht wirklich viel geschafft. Ich machte dann noch mal den Rechner an und stieß dort auf die Mail von Markus D., der sagte er würde von Köln am Mi. oder Do. fahren wollen. Ich schrieb ihm eine Mail, dass ich, wenn er Do. fährt wohl sehr großes Interesse hätte. Da würde ich zwar eigentlich auch eine Klausur schreiben, aber die wäre nicht so wichtig, wie die am Mi., so dass ich sie notfalls sausen lassen könnte. Ich machte mich dann wieder ans Lernen, da ich ja am kommenden Tag zwei Klausuren zu schreiben hatte. Ich lerne also bis 19:20 so ein wenig vor mich hin merkte zumindest bei Rückstandsanalytik, dass ich das wohl kaum ohne Nachtschicht noch schaffen würde. Um 19:24 erübrigte sich dann diese Überlegung, da ich eine SMS von Holger L. bekam, der fragte, ob ich heiß auf die Eule bin und am folgenden Tag mitkommen würde. Heiß war gar kein Ausdruck - ich kochte quasi ;-) Ich dachte „scheiß was auf die Klausuren“. In der einen reicht auch ein Sitzschein und die andere wäre sowieso schon ein Hauptstudiumsschein gewesen. Den kann ich dann auch in einem Jahr machen. Auf jeden Fall eher als die nächste Sperbereule kommt. Sofort rief ich Holger zurück und versuchte gleichzeitig im Internet herauszubekommen, ob ich noch einen Zug kriegen würde, der mich rechtzeitig nach Münster bringen würde. Als ich in anrief und er sagte, dass sie erst so zwischen 7:00 und 7:30 in Münster losfahren wollten, sah die Sache dann schon ganz gut aus. Denn um 20:10 fuhr von Trier der letztmögliche Zug nach Bochum, wo ich ja dann bei Eltern Zwischenstation machen könnte. Und um 6:24 fuhr ein Zug von Gelsenkirchen nach Münster, der um 7:21 dort gewesen wäre. Holger sagte die Zeit sei okay und wir machten das für den folgenden Tag klar. Mittlerweile war es 19:40 und ich musste noch packen und meine Eltern informieren, dass sie nicht einen Herzinfarkt kriegen sollten, wenn ich nachts um 1:30 in die Wohnung poltern würde, da ich mich in 20 Minuten in Trier in den Zug setzen würde, um Dienstag dann zur Sperbereule zu fahren. Aus dem Hintergrund konnte ich meinen Vater schon rufen hören: „Hab doch gewusst, dass er bestimmt noch kommt und zur Sperbereule fährt.“ Denn ich hatte ihm Sonntagabend am Telefon schon mehr oder weniger missmutig von der Eule erzählt. Ich hatte jetzt noch ca. 15 Minuten Zeit mein Zeug zusammen zu suchen und mich zum Bahnhof zu begeben. Hastig raffte ich alles zusammen und macht mich auf den Weg. Als ich um 22:30 ungefähr in Köln war, klingelt mein Handy und mein Vater fragte, wann ich denn in Wattenscheid sei. Ich sagte um kurz nach 1:00 und er sagte er würde mich dann abholen kommen. Sollte dann nur vorher anrufen, da er jetzt schlafen gehe. Ich war sehr überrascht über dieses Angebot und nahm es dankbar in Anspruch. Um 1:00 holte er mich dann vom Bahnhof ab und um 1:30 war ich dann zu Hause, legte alles für den nächsten Tag zurecht und schaute noch bis 3:30 die Olympiazusammenfassung, da ich einfach nicht pennen konnte.

Dienstag: 21.2.06

Um 5:30 klingelte dann der Wecker. Ich machte mich fertig und mein Vater fuhr mich um 6:00 nach Gelsenkirchen zum Bahnhof, wo um 6:24 der Zug nach Münster gehen sollte. Das tat er auch, allerdings nur eine Station weit, nämlich bis Wanne- Eickel. Dann hieß es Endstation wegen Zugstörung. Ich dachte, na super die Deutsche Bahn. Auf die ist Verlass. Musste dann bis 7:01 in Wanne warten und dann mit eine Regionalbahn bis Münster tuckern, wo ich dann mit 30 Minuten Verspätung um 7:45 ankam. Dort erwarteten mich Holger L., Jörg S. und Hans-Jürgen G.. Jetzt ging ja eigentlich erst der wichtige Teil der Reise los. Abfahrt gen Osten mit der Ungewissheit, ob die Eule nach dort ist und mit der Hoffnung eines frühen Updates für ein entspannteres Fahren. Doch es kam lange nix. Bis 12:30 guckte ich wahrscheinlich 100mal aufs Handy, ob was gekommen ist. Wir dachten positiv und meinten keine Nachricht ist zumindest besser als eine Coldline. Um 12:34 kam dann die ersehnte SMS und die Laune verbesserte sich rapide. Mit mehr oder weniger großen Schwierigkeiten erreichten wir dann um 14:45 den Ort des Geschehens. Je näher man dem Ziel kam, desto mehr wünschte man sich, dass einem das Auto nicht verreckt und einen hier auch schnell wieder wegbringt. Hätte ich es nicht gewusst, dass wir hier noch in Deutschland sind, hätte ich es selbst nicht geglaubt. War irgendwie so eine Mischung aus Skandinavischen Landschaftselementen und Eindrücken wie in der tiefsten osteuropäischen Provinz. Viel war nicht los. 3 Autos standen da und uns kam schon einer entgegen, der uns beruhigte, dass die Eule nach dort sei. Wir packten unsere Ausrüstung und los ging´s. In dem kleinen Wald konnte man etwas entfernt vom Weg ein paar Leute stehen sehen, die nach oben schauten. Wir gingen in deren Richtung und dann sah ich sie zum ersten Mal. Nicht weit weg und nicht hoch, saß sie auf einem Ast. Absolut geil!!!! Wie Dieter Bohlen sagen würde: „Hammermäßig!“ Die Anspannung aller wandelte sich schlagartig in Freude und Erleichterung, dass das Ding nicht voll in die Hose gegangen war. Wir beobachteten sie dann fast drei Stunden ausgiebig zusammen mit drei sehr netten ostdeutschen Ornis. Und als es dann schon leicht dämmerig war, tat sie uns den Gefallen und flog noch ein paar Runden. Zuvor würgte sie noch ein Gewölle aus, dass ich dann auch mitnahm. Dabei fanden wir knapp unterhalb ihrer Sitzwarte auch noch einen angekröpften Seidenschwanz - den kannte sie wohl schon aus ihrer Heimat ;-).
Wir konnten sie dann noch ein paar Mal toll fliegend und weniger als 5 Meter von uns entfernt sitzend beobachten. Ein grandioser Tagesabschluss.
Um 18:00 machten wir uns dann gutgelaunt auf den Heimweg und erreichten dann um 0:15 Münster. Dort musste ich dann zwar bis 1:20 auf einen Zug warten, aber das war wir dann auch relativ egal. Um 2:30 war ich dann in Bochum, wo mich mein Vater netterweise erneut vom Bahnhof abholte, so dass ich dann um 2:45 in Wattenscheid war. Ich packte dann noch das Zeug für den folgenden Tag zusammen und schaute bis 4:30 die Zusammenfassung des verpassten Olympiatages.

Mittwoch: 22.2.06

Aufstehen um 9:00. Zug von Wattenscheid um 10:00 und dann um 14:00 wieder in Trier. Sich ein wenig von den Strapazen erholen und um 15:30 zur Uni, wo ja um 16:00 die wichtigste Klausur des Semesters stattfindet. Um 19:00 dann wieder nach unten in die Stadt und jetzt sitze ich hier. Nach 2 verpassten Klausuren, rund 2200 Kilometern Zug und Auto (nur zum Vergleich: Einfache Strecke Trier nach Sankt Petersburg sind 2220 KM oder von Trier nach Istanbul mit 2400 KM kaum mehr), 70 Euro ärmer, aber um eine grandiose Sperbereulenbeobachtung in Deutschland reicher ;-)

In diesem Sinn.

Tobias
27.3.06 18:04
 


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