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Öfter mal nach Sylt fahren...

Hallo zusammen!

Es scheint ja schon schöne Regelmäßigkeit zu verwenden, dass ich eine kleine Twitchstory zu erzählen habe. Heute ist es schon wieder so weit.

Freitag 3.3.06:

Es ist 14:30 und in Trier herrscht totales Schneechaos. Eigentlich hatte ich mir überlegt gegen Abend zur Trierer Stufstufe zu fahren, um mir die Schwarzkopfmöwe anzuschauen, die sich in der Region seit einiger Zeit aufhielt und dort wahrscheinlich schläft. Doch die Voraussetzungen waren nicht so gut, da durch den Schnee der komplette Personennahverkehr zum erliegen gekommen war. Deshalb überlegte ich mir spontan ich könnte doch eigentlich am Wochenende mal zur Brillenente nach Sylt fahren. Problem war „nur“, wie ich hinkomme. Also schrieb ich Holger L. schnell eine SMS und fragte, ob die Münsteraner fahren würden. Holger antwortete mir, dass es leider erstmal nix würde, aber sie langfristig das Wochenende 11./12.3. ins Auge gefasst hätten. Okay, kann man nichts machen. Mal die Bremer fragen, vielleicht fahren die ja auch. Also schrieb ich eine email an Andreas N., Ralf A. und Stefan P. und fragte mal da an. Und an Olli N. schickte ich eine SMS. Wenige Minuten später rief Olli an und sagte er würde sich mal an die Organisation begeben und sich dann melden. Ich sagte ich müsste bis 19:30 Bescheid wissen, um noch rechtzeitig mit dem Zug über Nacht von Trier nach Bremen zu kommen. In den nächsten Stunden passierte nicht so viel. Erst gegen 17:30 las ich eine email von Stefan P., der sagte er würde Sonntag fahren und ich solle mich melden. Ich dachte Sonntag wäre perfekt, da es die ganze Sache doch erheblich stressfreier würde, wenn ich mich erst Samstag auf den Weg gen Norden machen müsste. Ich rief sofort bei Stefan an und wir machten die Sache schon relativ sicher fest. Plan war nun, dass ich Samstag um 15:00 nach Bochum fahre und in der Nacht auf Sonntag mit dem Zug nach Bremen, so dass ich gegen 6:00 am Sonntagmorgen in Bremen gewesen wäre. Dies war nun der Stand der Dinge.


Samstag 4.3.06:

Um 12:30 klingelt mein Handy. Stefan war dran. Er sagt mir, dass der Start um 6:00 in Bremen doch etwas spät wäre, ich jedoch auch einfach schon am Abend zu ihm kommen und dann bei ihm pennen könnte. Ich sagte, dass ich im Internet mal schauen würde, wie die Verbindungen sind und mich dann wieder melde. Im Internet der Schock. In was für einem Entwicklungsland leben wir eigentlich dachte ich. Denn zwischen 19:00 und 22:00 gab es keine vernünftige Verbindung von Bochum nach Bremen. Und die Verbindung um 22:00 würde erst um 0:15 in Bremen sein, was ja doch vor allem für Stefan als Fahrer des nächsten Tages nicht sonderlich schön wäre. Es gab nur eine weitere abenteuerliche Möglichkeit, die um 23:30 in HB gewesen wäre. Ich entschied mich dies zu versuchen. Ich rief Stefan also an und schilderte ihm die Situation und wir machen es so aus.
Um 15:00 fuhr ich also in Trier los und wurde um 18:45 von meine Vater in Gelsenkirchen abgeholt. Um 19:36 ging dann schon wieder mein Zug von Wattenscheid. Ich stellte also zu Hause mein Gepäck ab und packte den Rucksack für den nächsten Tag und startete quasi direkt durch zum Wattenscheider Bahnhof. Bei optimaler Fahrplanung und ohne Verspätung hätte ich also um 21:30 Minden erreichen sollen, wo ich um 21:35 eine S- Bahn nach Wunstorf hätte kriegen müssen. Das klappte natürlich nicht. Die Deutsche Bahn halt. Also musste ich von Minden einen Zug nach Osnabrück nehmen und dort in den Intercity, der um 0:15 in Bremen war. Ich informierte Stefan über diese Planänderung, der verständlicherweise wenig Begeisterung äußerte. Ich erreichte dann also um ca. 0:25 mit 10minütiger Verspätung Bremen, wo Stefan mich abholte und mich sogleich fragte, ob ich dieses Jahr an dem Ruf „Härtester Twitcher Deutschlands“ arbeiten würde. Wir fuhren zu ihm und er verabschiedete ich schnell Richtung Bett. Ich las noch bis 2:00 etwas.

Sonntag 5.3.06:

Um 4:20 klingelte der Wecker und um 4:45 wurden Stefan und ich von Günther E. abgeholt. Wir fuhren zu Lutz R. und wechselten dort den Wagen. Da jedoch Lutz selbst keinen Führerschein hat, fuhr von dort an Stefan das Auto. Um kurz nach 5 ging es also los. Ziel war der Zug um 8:30 von Niebüll nach Westerland. Ungefähr zeitgleich machen sich in Hannover Günthers Bruder Klaus zusammen mit Kristian F., Gerd R. und Frank B. auf den gleichen Weg. Zwischen Bremen und Hamburg sah es dann zeitweise gar nicht so gut aus. Heftiger Schneefall und glatte Straßen. Bei Hamburg wurde es dann zum Glück besser und wir erreichten um 8:10 Niebüll. Dort warteten wir noch auf Ralf A., der sich uns anschließen wollte. Er hatte die Nacht bei -10 Grad im Auto bei Westerhever verbracht. „Bibber, bibber“ Die Hannoveraner Truppe war etwas vor uns angekommen und konnte somit den Zug um 8:00 nehmen. Da dieser jedoch gut 20 Minuten Verspätung hatte fuhren die erst um 8:20 los und wir nur 10 Minuten später um 8:30. Auf Sylt erlebten wir dann mal wieder ein glanzvolles Beispiel für fehlende Kommunikation im öffentlichen Personennahverkehr. Der Bus nach Hörnum fuhr um 9:10 und unser Zug sollte um 9:05 in Westerland ankommen, kam jedoch um 9:09 an. Die Folge: Der Bus fuhr in dem Moment los, als wir vielleicht noch 100 Meter vom Busbahnhof entfernt waren. Ganz, ganz toll!!! Vor allem, da der nächste erst um 10:10 fuhr. Wir nahmen also zu fünft ein Großraumtaxi. Kostet dann jeden bis Hörnum auch nur 4 Euro. Also noch verschmerzbar. Das lustige an der Sache war dann eigentlich, dass wir den Bus von 9:10, den die Hannoveraner noch gekriegt hatten, auf dem Weg nach Hörnum überholten und somit gut 15 Minuten vor denen am Strand waren. Die gucken natürlich auch erstmal dumm aus der Wäsche und wunderten sich, wie wir das den geschafft hätten.
In Hörnum angekommen standen dort bereits Olli N. und Jörn W., die allerdings noch nichts entdeckt hatten. Wir gesellten uns also dazu, so dass nun 11 Birder auf die Nordsee starrten und die Trauerenten durchmusterten. Objektiv betrachtet mussten die Chancen also relativ gut stehen die Brillenente zu finden. Es fiel jedoch auf, dass vor uns niemals die angekündigten 20000 Trauerente zu sehen war, sondern deutlich weniger. Und auch die 1 – 1,5km Entfernung traf nur auf die vordersten Gruppen zu. Erhebliche Anteile der Enten befanden sich deutlich weiter draußen und waren nur schwer bis gar nicht zu erkennen. Also doch nicht so gute Voraussetzungen. Wir suchten also alle sehr intensiv immer wieder alle Enten ab, was jedoch bis ca. 10:50 erfolglos blieb. Inzwischen hatte sich der Kreis der Beobachter um einige mir unbekannte Leute auf gut 15 Personen erweitert.
Um ca. 10:50 schrie dann plötzlich Ralf A. ich hab sie, sie kommt von hinten angeflogen, jetzt landet sie. Doch keine außer Stefan hatten den Vogel im Flug in sein Spektiv gekriegt. Also anstehen an Ralfs und Stefans Spektiven. Als erste guckte Olli und Jörn durch, doch beide sagten sie können die Ente nirgendwo sehen. Und als dann jeweils Ralf und Stefan nochmals durchschauten, konnten auch sie den Vogel nicht wieder finden, obwohl er eigentlich nicht weit sein konnte. Wie die Stimmung in der folgenden Zeit war, muss ich wohl keinem erklären. Es tat sich dann erstmal wieder eine gute halbe Stunde nichts. Und alle suchten verzweifelt die Ente. Erst um kurz nach 11:30 war es wiederum Stefan, da sagte er habe sie. Erst schauten Olli, dann Jörn und Lutz durch und dann auch ich. Doch keiner von uns konnte etwas Eindeutiges erkennen, obwohl Olli und ich einmal kurz eine Ente sehen konnten, die jedoch noch im selben Moment abtauchte, bei der wir beide den Verdacht hatten, dass sie es war. Aber um da was sicherer zu sagen, war es definitiv keine ausreichende Beobachtung. Es blieb also nur die Alternative weiter zu suchen und zu hoffen. Die Stimmung sank zunehmend. Wenigstens kam jetzt die Sonne raus und die Sicht wurde wesentlich besser. Um 12:00 dann der erneute Aufschrei von Ralf. „Da fliegt sie. Von links nach rechts. Etwas unter Horizont. Jetzt auf Höhe es Tankers am Horizont.“ (ein Glück, dass der da war!!!). Jetzt hatten ich und wohl auch alle anderen den Vogel im Spektiv. Klasse!!! Endlich!!! Ich war überrascht wie sehr der Vogel im Flug auffiel und jetzt konnte ich auch nachvollziehen, dass Ingo Weiss auf Sylt auch durchziehende männliche Individuen sicher ansprechen kann. Ich sah den Vogel im Flug auf ca. 2 km Entfernung und er war sehr gut zu erkennen. Ich denke bis 3km kann man männliche Brillenenten in ziehenden Trauerententrupps relativ gut erkennen. Man konnte bereits im Flug den weißen Nacken und das Weiß an der Stirn toll erkennen und auch der bunte Schnabel war zu sehen. Dann wasserte der Vogel in einer Entfernung von ca. 1,5 bis 2 km. Und jetzt konnte man auch in der strahlenden Sonne beim Schwimmenden Vogel alle Merkmale gut erkennen. Das Weiß an Kopf und Nacken und der Schnabel strahlen einem entgegen. Tolle Sache. Wir beobachten den Vogel dann ca. 30 Minuten. Und alle waren mit dem versöhnlichen Abschluss der Sache sehr glücklich. Gegen 12:45 löste sich die ganze Twitchergemeinde so langsam auf. Stefan, Günther, Lutz und ich blieben aber noch ein bisschen. Um 13:00 kam dann noch David S. und etwas später auch Ken Wilson mit Anhang. Bis wir dann um 13:20 aufbrachen, hatten die jedoch kein Gluck mehr. Wir fuhren dann also mit Bus und Bahn zurück nach Niebüll, wo wir um ca. 15:00 ankamen. Da der Tag noch „jung“ war und das Wetter traumhaft sonnig wollten wir noch nach Eiderstedt wegen der sich dort aufhaltenden Zwergschneegans. Diese fanden wir jedoch nicht mehr. Und guckten uns stattdessen die Seeadler beim Katinger Watt an, die sich dort an ihrem Horst toll beobachten ließen. Dann flog auch noch ein Rauhfussbussard vorbei und setzte sich schön auf einen nicht weit entfernten Baum. Noch ein kurzer Abstecher zum Eidersperrwerk und um 17:45 machten wir uns dann endgültig auf den Weg gen Bremen. Fernziel war es, dass ich den Zug um 20:44 erwische. Eigentlich kein Thema, da die Strecke bis Bremen nur noch knapp 230 km waren. Es kam jedoch mal wieder anders als man denkt. Denn irgendjemand im Straßenverkehrsamt hatte die lustige Idee einen Schwertransport für Sonntagabend auf der A23 Richtung Hamburg zu genehmigen. Und das bei ohnehin schwierigen Straßenverhältnissen. In der Folge tuckerten wir ewig mit 50km/h auf der Autobahn Richtung Hamburg und kamen letztendlich gegen 21:00 in Bremen. Am Bahnhof zeigte sich dann, dass es gar nicht tragisch war, da der Zug von 20:44 mit einer 2stündigen Verspätung für ca. 23:00 angekündigt war. Zum Glück fuhr um 21:44 auch ein IC, der auch relativ pünktlich war. Somit kam ich dann um 0:30 erschöpft aber glücklich wieder in Wattenscheid an.

Also merke: Warum nicht öfter mal nach Sylt fahren!

Viele Grüße.

Tobias
27.3.06 18:11
 


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